7 Benutzer und Rechte

Wer im Backend arbeitet, ist ein Benutzer – gleich in welcher Rolle: als Redakteur, Übersetzer, Administrator, Programmierer. Benutzer und ihre Benutzergruppen verwalten Sie im Modul „Benutzer“. Jeder Benutzer gehört genau einer Benutzergruppe; sie bestimmt, was er sehen und tun darf. Benutzer der Gruppe Superuser haben volle Rechte für alles.

Die Startseite des Moduls „Benutzer“ listet alle Benutzer (die Sie mit Ihren Gruppenrechten sehen dürfen). Superuser sind mit einem sechseckigen Symbol markiert. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Neu“ oder wählen Sie einen Eintrag aus der Liste. Es erscheint die Eingabe-/Änderungsmaske für diesen Benutzer.

Eingabefelder

Angabe Bedeutung
Benutzername Anmeldename: beginnt mit einem Kleinbuchstaben, danach Kleinbuchstaben, Ziffern und _. Neue Namen dürfen nicht mit admin_ beginnen – reserviert für anonymisierte Konten
Passwort wird nur als Prüfwert (Hash) gespeichert und ist nicht lesbar; leer lassen = unverändert. Es muss die Passwort-Richtlinie erfüllen – die Anforderungen erscheinen beim Tippen. Beim Anlegen vergeben Sie ein Startpasswort. Das Passwort eines bestehenden anderen Benutzers ändert nur ein Superuser
Bisheriges Passwort,
Ihr Passwort
nur für Superuser beim Ändern eines bestehenden Kontos: Wer sein eigenes Passwort ändert, gibt das bisherige ein; wer das Passwort eines anderen Benutzers ändert, bestätigt das mit seinem eigenen Passwort – eine offen stehende Sitzung reicht also nicht, um ein Konto zu übernehmen. Beim Anlegen entfällt das Feld. Alle anderen ändern ihr Passwort in den persönlichen Einstellungen
Benutzergruppe Benutzergruppe mit ihren Rechten
Status „Freigeschaltet“ oder „Deaktiviert“ – ein deaktivierter Benutzer kann sich nicht anmelden
Haupt- (Nach-) Name,
Angezeigter Name,
Sortierwert
Namen für Listen und Nachrichten
E-Mail,
Mobilfunk-,
Festnetznummer
Kontaktdaten, verschlüsselt gespeichert. Die E-Mail-Adresse wird für den Anmelde-Code der Zwei-Faktor-Anmeldung benötigt

Die persönlichen Einstellungen eines Benutzers (Sprache, Datumsformat, Zeitzone, Widgets, Passwort, Geräte …) pflegt jeder selbst; ein Superuser kann sie auch für andere ändern.

Benutzer löschen: Gelöschte Benutzer bleiben als „gelöscht“ erhalten, damit Datensätze und das Audit-Log weiterhin zeigen, wer sie angelegt und bearbeitet hat. Beim Löschen entfernt camindo CMS alles, womit sich das Konto noch anmelden könnte: seine Sitzungen (er wird sofort abgemeldet), die gespeicherten Geräte, Passkeys und Wiederherstellungscodes sowie die Liste der zuletzt bearbeiteten Datensätze und Templates. Die Einträge im Audit-Log bleiben bestehen. Das eigene Konto lässt sich nicht löschen. Name und Kontaktdaten eines gelöschten Benutzers entfernen Sie mit Anonymisieren (siehe Modul „Datenschutz“, Reiter „Gelöschte Benutzer“).

Passwort ändern müssen: Ein Passwort, das ein anderer Benutzer gesetzt hat, muss bei der ersten Anmeldung geändert werden – etwa das Startpasswort beim Anlegen oder ein vom Superuser zurückgesetztes. Die Konfigurationseinstellung admin.password_retention_days (0 = unbegrenzt) erzwingt ebenfalls eine Passwortänderung nach der eingestellten Anzahl Tage. Ein neues muss sich dann vom bisherigen unterscheiden. Die Detailansicht zeigt unter „Passwort“, wann es zuletzt geändert wurde und ob eine Änderung ansteht.

Benutzergruppen

Nur Superuser sehen den Reiter „Benutzergruppen“. Die Liste zeigt alle bestehenden Benutzergruppen. Nach der Installation gibt es nur die eine Gruppe „Superuser“.

Benutzergruppe erstellen: Für die tägliche Arbeit sollte eine separate Gruppe mit eingeschränkten Rechten erstellt werden, etwa die Gruppe „Übersetzer“, „Redakteure“ oder „Praktikanten“. Klicken Sie dazu auf die Schaltfläche „Neu“.

Benutzergruppe löschen: Sind der Benutzergruppe noch Benutzer zugeordnet, wählen Sie beim Löschen eine Ersatzgruppe, der diese Benutzer zugewiesen werden. Gelöschte Benutzer der Gruppe verlieren dabei ihre Gruppenzuordnung – ohne Rückfrage; hat die Gruppe nur gelöschte Benutzer, erscheint keine Auswahl. Die Gruppe „Superuser“ steht dabei nicht zur Wahl.

Oberflächen

Unter „Oberflächen“ legen Sie fest, worüber sich die Benutzer der Benutzergruppe anmelden dürfen:

Oberfläche Wofür
Backend die gewohnte Arbeitsoberfläche im Browser
Kommandozeile (CLI) Programme auf dem Server, etwa php Core/cron/camindo.php api … (siehe Betrieb) – ohne Passwort, denn wer die Kommandozeile des Servers bedienen kann, hat ohnehin vollen Zugriff
PHP-API Programme, die sich mit Name und Passwort anmelden

Auf jeder Oberfläche gelten dieselben Rechte der Benutzergruppe; im Audit-Log erscheint der Benutzer selbst, zusammen mit dem Weg (etwa cli). Eine neue Benutzergruppe hat nur das Backend. Entziehen Sie einer Benutzergruppe eine Oberfläche, enden laufende Sitzungen dort beim nächsten Zugriff. Für Programme empfiehlt sich ein eigener Benutzer in einer eigenen Benutzergruppe, die nur die nötigen Oberflächen und Rechte hat.

Die Rechte einer Benutzergruppe haben vier Ebenen:

1. Module und Zusatzrechte

Welche Module die Benutzergruppe öffnen darf. Einige Module haben darunter eingerückt Zusatzrechte für einzelne Teile – ohne Zusatzrecht bleibt der Teil gesperrt:

Modul Zusatzrechte
Benutzer „Benutzerdetails lesen: eigene Benutzergruppe“ · „Benutzerdetails lesen: andere Benutzergruppen“ · „Benutzer anlegen: eigene Benutzergruppe (mit Startpasswort)“ · „Benutzer ändern und sperren: eigene Benutzergruppe (ohne Passwort)“
Datenschutz „Lösch-Policies anlegen und ändern“ (nur für zugängliche Instanzen) · „Personenbezogene Daten exportieren“ (Profile aus lesbaren Bereichen, Benutzer aus sichtbaren Benutzergruppen) · „Vorlagen der Datenauskunft pflegen“ (zugängliche Instanzen) · „Gelöschte Benutzer anonymisieren“ (zugängliche Benutzergruppen) – siehe Kapitel 15
Inhalte „CSV-Import“, „Medien-Import (Zip-Datei)“, „CSV-Export“, „DOCX-Import (Übersetzung)“, „DOCX-Export (Übersetzung)“, „Stapelverarbeitung“
Werkzeuge je ein Recht für die Reiter „Server“, „Datenbank“, „Daten“, „Entwickler“ und „Papierkorb eines Users“ („Papierkorb eines Website-Users endgültig leeren“)

Immer Superusern vorbehalten sind: die Verwaltung der Benutzergruppen, die Bereichsrechte, der XML-Export und -Import (Sicherung und Strukturübertragung) und das Modul „Logdateien“.

Ohne Eintrag in der Benutzergruppe stehen jedem Benutzer die internen Nachrichten, die persönlichen Einstellungen und der Papierkorb zur Verfügung. Wiederherstellen darf er dort nur, was er in dem Bereich auch löschen dürfte.

2. Instanzen

Welche Instanzen (Websites) die Benutzergruppe sieht. Weist man einer Benutzergruppe eine Instanz zu, erhält sie zunächst alle Bereiche dieser Instanz mit allen Rechten (außer „Owner anpassen“). Einschränken lässt sich das anschließend im Reiter „Bereichsrechte“.

3. Sprachen

Je Sprache zwei Häkchen: lesen und schreiben. Wer schreiben darf, darf auch lesen – ein Häkchen bei „schreiben“ setzt „lesen“ mit. Ein Klick auf die Spaltenüberschrift „lesen“ bzw. „schreiben“ hakt die ganze Spalte an – oder ab, wenn dort schon alle Häkchen gesetzt sind. Ohne Häkchen hat die Benutzergruppe keinen Zugriff auf die Sprache.

Die Einstellung gilt für alle Instanzen und für die Inhalte im Modul „Inhalte“: Nur lesbare Sprachen erscheinen in der Eingabemaske, nur schreibbare lassen sich dort ändern. So kann ein Übersetzer für Französisch alle Sprachen lesen, aber nur Französisch bearbeiten.

4. Status setzen

Je Status eine Checkbox: Angehakte Status dürfen Benutzer der Gruppe einem Datensatz geben. Lesen dürfen sie alle Status – eingeschränkt wird nur das Setzen. So bilden Sie einen flachen Workflow ab, etwa: Die Redaktion darf Beiträge anlegen und auf „Gegenzulesen“ setzen, aber nicht freischalten – das übernimmt die Chefredaktion. Weitergereicht wird über interne Nachrichten. Sie haben zwei Wege, Zugriffsrechte zu setzen:
(Hier) in der Benutzergruppe wählen Sie alle Status für eine Gruppe; im Modul „Status“ wählen Sie alle Benutzergruppen für einen Status.

Status in der Datensatz-Eingabemaske:

  • Das Eingabefeld „Status“ zeigt nur Status, die vom Benutzer setzbar sind.
  • Ein Datensatz, dessen aktueller Status vom Benutzer nicht setzbar ist, lässt sich von ihm nicht bearbeiten: Die Schaltfläche „Bearbeiten“ ist ausgegraut, im Kontextmenü der Liste fehlt der Eintrag. Lesen, Kopieren und – je nach Bereichsrecht – Löschen bleiben möglich.

5. Bereichsrechte

Nachdem eine Benutzergruppe erstellt wurde, zeigt ihre Infoseite den Reiter „Bereichsrechte“. Hier ist gelistet, was die Benutzer dieser Gruppe mit den Datensätzen unterschiedlicher Bereiche machen dürfen. Klicken Sie auf die Schaltfläche „Bearbeiten“, um Anpassungen durchzuführen.

Recht Bedeutung
Lesen Der Bereich ist für die Benutzergruppe sichtbar – ohne dieses Recht existiert er für sie nicht
Eigene Benutzergruppe: Schreiben / Löschen Datensätze bearbeiten bzw. löschen, deren Owner zur eigenen Benutzergruppe gehört
Andere Benutzergruppe: Schreiben / Löschen dasselbe für Datensätze, deren Owner einer anderen Benutzergruppe angehört
Erweitert (Owner anpassen) den Owner eines Datensatzes ändern (Auswahl am Ende der Eingabemaske)

Template-Bereiche kennen nur Lesen und Schreiben. Ordner haben keine eigenen Rechte.

Die Bereichsrechte pflegen Sie an zwei gleichwertigen Stellen:

  • (hier) im Modul „Benutzer“, Reiter „Bereichsrechte“: alle Bereiche für eine Benutzergruppe,
  • im Modul „Struktur“, Reiter „Zugriff“: alle Benutzergruppen für einen Bereich.

Das Owner-Prinzip

Jeder Datensatz gehört einem Benutzer, seinem Owner – anfangs dem, der ihn angelegt hat. Über die Benutzergruppe des Owners unterscheiden die Bereichsrechte zwischen eigenen und fremden Inhalten. Beispiele:

  • Zwei Redaktionen, ein Bereich: Die Benutzergruppen „Redaktion Nord“ und „Redaktion Süd“ dürfen alle Meldungen lesen, aber nur die der eigenen Benutzergruppe schreiben und löschen.
  • Freigabe durch Chefredaktion: Die Benutzergruppe „Autoren“ darf eigene Artikel schreiben, aber nicht löschen; die „Chefredaktion“ darf alle Artikel schreiben und löschen.
  • Übergabe: Verlässt ein Mitarbeiter die Redaktion, ändert ein Benutzer mit dem Recht „Owner anpassen“ den Owner seiner Datensätze.

Datensätze, die Frontend-User anlegen, erhalten den Owner, den das Template bzw. die Konfiguration vorgibt (siehe Kapitel 13).

Was die Rechte bewirken

Die Oberfläche zeigt nur, was für die Benutzergruppe freigegeben ist: Module, Bereiche, Schaltflächen, Menüeinträge, Sprachen. Unabhängig davon prüft camindo CMS jede Aktion auch beim Speichern und Löschen – ein Recht lässt sich also nicht durch eine manipulierte Anfrage umgehen. Hintergrundprozesse (Import, Export, Stapelverarbeitung) laufen mit den Rechten des Benutzers, der sie gestartet hat.

Verknüpfungsfelder, deren Zielbereiche die Benutzergruppe nicht lesen darf, erscheinen nicht in der Maske; ihre Verknüpfungen bleiben beim Speichern unangetastet. Ebenso mehrsprachige Inhalte, die die Benutzergruppe nur in ausgewählten Sprachen bearbeiten darf: die übrigen Inhalte bleiben beim Speichern erhalten.

Anmeldeschutz

  • Zwei-Faktor-Anmeldung: Nach dem Passwort wird ein Code an die E-Mail-Adresse des Benutzers geschickt. Einschalten in der Konfiguration (siehe Kapitel 12).
  • Authenticator-App (TOTP): Jeder Benutzer kann in seinen persönlichen Einstellungen eine Authenticator-App einrichten; dann fragt die Anmeldung nach deren Code statt nach dem E-Mail-Code, dazu gibt es zehn Wiederherstellungscodes (Anleitung im Handbuch für Anwender).
    Mit security.admin_2fa = 'totp_required' ist sie für Superuser Pflicht – wer sie noch nicht hat, muss sie bei der nächsten Anmeldung im Anmeldedialog einrichten. Mit 'email' ist sie abgeschaltet (siehe Kapitel 12).
  • Passkeys: Mit fester Backend-Domain kann jeder Benutzer Passkeys anlegen (Fingerabdruck, Gesicht, Geräte-PIN, Sicherheitsschlüssel) – die sicherste Form des zweiten Faktors (Handbuch für Anwender). Das Zurücksetzen unten entfernt auch sie.
  • Zweiten Faktor zurücksetzen: Hat ein Benutzer sein Telefon bzw. seine Passkeys und seine Wiederherstellungscodes verloren, öffnet ein Superuser dessen Detailansicht, Reiter „Zwei-Faktor-Anmeldung“, und klickt auf „Zweiten Faktor zurücksetzen“ (entfernt App und Passkeys). Der Benutzer meldet sich danach wieder mit dem E-Mail-Code an (bzw. richtet die App bei Pflicht neu ein) und bekommt eine E-Mail darüber. Das Zurücksetzen steht mit dem Namen des Superusers im Audit-Log. Vergewissern Sie sich vorher – etwa per Telefon –, dass die Bitte wirklich vom Kontoinhaber kommt.
  • Zurück zum E-Mail-Code: Wer die Authenticator-App nicht mehr nutzen möchte, wechselt in seinen Einstellungen mit „Zum Code per E-Mail wechseln“ zurück (bestätigt mit einem Code aus der App). Ist der E-Mail-Code nicht für alle eingeschaltet, kann jeder Benutzer ihn für sich selbst einschalten.
    (Ist mittels Konfiguration die App für alle Benutzer vorgeschrieben, kann nicht zum Code per E-Mail zurückgewechselt werden.)
  • Hinweis bei neuem Gerät: Meldet sich ein Benutzer von einem Browser an, den camindo CMS noch nicht kennt, geht eine E-Mail an seine Adresse – samt Gerät, IP-Adresse und Uhrzeit (siehe Kapitel 12).
  • Geräte und Sitzungen: Jeder Benutzer sieht in seinen persönlichen Einstellungen seine Anmeldegeräte mit den laufenden Sitzungen, kann einzelne Geräte entfernen (ihre Sitzungen enden sofort) und alle anderen Sitzungen beenden. Ein Superuser kann in der Detailansicht eines anderen Benutzers, Reiter „Geräte und Sitzungen“, mit „Alle Geräte entfernen“ alle dessen Geräte und Sitzungen beenden – etwa nach einem verlorenen Laptop. Beides steht im Audit-Log. „Abmelden“ beendet nur die Sitzung im eigenen Browser.
  • Aktivitäten: Was ein Benutzer geändert hat, sieht ein Superuser in dessen Detailansicht im Reiter „Aktivitäten“ – die zuletzt bearbeiteten Datensätze und alle seine Einträge im Audit-Log.
  • Neues Passwort beendet andere Sitzungen: Wird ein Passwort geändert (vom Benutzer selbst oder vom Superuser), enden alle anderen Sitzungen des Kontos.
  • Schutz vor Durchprobieren: Nach mehreren Fehlversuchen (Vorgabe: 3 in 10 Minuten) wird die Anmeldung für den Benutzernamen gesperrt. Sperren werden im Sicherheitsprotokoll festgehalten.
  • Automatische Abmeldung nach 30 Minuten ohne Aktivität (einstellbar).
  • Rechte und Sitzungen sind gegen Manipulation direkt in der Datenbank signiert: Wer nur Zugriff auf die Datenbank hat, kann sich damit keine Rechte verschaffen.

Stand: camindo CMS 9.1.3